Die Wahl der richtigen Migrationsstrategie entscheidet über Kosten, Zeitplan und langfristigen Nutzen einer Cloud-Migration. AWS definiert sieben Strategien — die sogenannten 7Rs der Cloud Migration: Rehost, Relocate, Replatform, Refactor, Repurchase, Retire und Retain. Dieser Leitfaden analysiert jede Strategie mit konkreten AWS-Services, typischen Workload-Profilen und einer Entscheidungsmatrix für den DACH-Markt. Zielgruppe sind CIOs, IT-Leiter und Cloud Architects, die eine datengestützte Grundlage für ihre Migrationsentscheidungen benötigen.

Einleitung & Marktkontext

Cloud-Migration ist im DACH-Raum kein Nischenthema mehr. Laut Bitkom Cloud Report 2025 nutzen 90 % der deutschen Unternehmen Cloud-Anwendungen — gegenüber 81 % im Vorjahr (Bitkom, 2025). Bereits 47 % aller IT-Anwendungen in der deutschen Wirtschaft laufen in der Cloud, verglichen mit 38 % in 2024.

Gleichzeitig zeigen Studien, dass 67 % aller Cloud-Migrationsprojekte ihr Budget überschreiten und 43 % länger dauern als geplant (Computerwoche Cloud-Migration Studie, 2025). Der häufigste Grund: fehlende oder falsch gewählte Migrationsstrategie. Nur knapp ein Drittel der Unternehmen besitzt eine dedizierte Cloud-Strategie.

Gartner prognostiziert weltweite Public-Cloud-Ausgaben von 723,4 Milliarden US-Dollar für 2025 — ein Anstieg von 21,5 % gegenüber 2024 (Gartner, 2024). Der Markt für Cloud-Migrationsservices wächst von 21,66 Milliarden US-Dollar in 2025 auf voraussichtlich 234 Milliarden bis 2035 (Precedence Research, 2025). Für DACH-Unternehmen bedeutet das: Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie migriert wird.

Die 7Rs der Cloud Migration im Überblick

Das 7Rs-Framework geht auf Gartners ursprüngliche 5Rs zurück (2010), wurde von AWS auf 6Rs erweitert (2016) und umfasst seit der Ergänzung um Relocate sieben Strategien. Jede Strategie adressiert unterschiedliche Workload-Profile, Risikobereitschaft und Modernisierungsziele.

Strategie Kurzbezeichnung Aufwand Cloud-Optimierung Typischer Einsatz
Rehost Lift & Shift Gering Minimal Schnelle Migration großer Server-Flotten
Relocate Hypervisor-Level Lift & Shift Gering Minimal VMware-Umgebungen auf VMware Cloud on AWS
Replatform Lift, Tinker & Shift Mittel Mittel Datenbanken auf RDS, Container auf ECS
Refactor Re-Architect Hoch Maximal Cloud-native Neuarchitektur mit Serverless
Repurchase Drop & Shop Mittel Hoch Wechsel zu SaaS (z. B. SAP S/4HANA Cloud)
Retire Decommission Gering Abschaltung veralteter Systeme
Retain Revisit Keine Systeme, die (noch) nicht migriert werden

Die 7 Strategien im Detail

1. Rehost — Lift & Shift

Rehost bedeutet, Anwendungen und Daten ohne Codeänderungen von der On-Premises-Infrastruktur in die AWS Cloud zu verlagern. Die lokale Umgebung wird in der Cloud repliziert. Diese Strategie eignet sich für Unternehmen, die schnell migrieren müssen — etwa wegen auslaufender Rechenzentrumsverträge oder Hardware-End-of-Life.

AWS-Service: AWS Application Migration Service (MGN) automatisiert die Server-Replikation. MGN unterstützt physische Server, VMware vSphere, Microsoft Hyper-V und andere Cloud-Quellumgebungen.

Geeignet für: Große Server-Flotten, Legacy-Anwendungen ohne aktive Entwicklung, zeitkritische Migrationen. Rehost ist häufig der erste Schritt — nach der Migration können Workloads schrittweise modernisiert werden.

2. Relocate — Hypervisor-Level Lift & Shift

Relocate verschiebt ganze virtuelle Umgebungen auf Infrastrukturebene in die Cloud — ohne einzelne Anwendungen anzufassen. Typischerweise werden VMware-Umgebungen auf VMware Cloud on AWS migriert. Dies ist der schnellste Migrationspfad, weil die bestehende Architektur vollständig erhalten bleibt.

AWS-Service: VMware Cloud on AWS ermöglicht den Betrieb bestehender VMware-Workloads auf dedizierter AWS-Infrastruktur mit nativer VPC-Integration.

Geeignet für: Unternehmen mit großen VMware-Investitionen, Datacenter-Konsolidierungen und Szenarien, in denen Betriebsprozesse unverändert bleiben sollen.

3. Replatform — Lift, Tinker & Shift

Replatform nimmt gezielte Optimierungen während der Migration vor, ohne den Anwendungskern zu verändern. Typische Maßnahmen: Datenbanken auf managed Services umstellen, Webserver auf Container migrieren oder Load Balancer durch AWS Elastic Load Balancing ersetzen.

AWS-Services: AWS Database Migration Service (DMS) für Datenbankmigrationen, Amazon RDS als Zielplattform, Cloud Migration Factory für skalierte Replatform-Operationen.

Geeignet für: Datenbanken (Oracle → RDS/Aurora), Webapplikationen (VM → Container), Systeme mit einfach austauschbarer Infrastrukturschicht.

4. Refactor — Re-Architect

Refactor ist die aufwendigste, aber langfristig werthaltigste Strategie. Anwendungen werden für cloud-native Architekturen neu entworfen — mit Microservices, Serverless und Event-Driven Design. Der Aufwand ist hoch, aber die Ergebnisse sind maximale Skalierbarkeit, Kosteneffizienz und Innovationsgeschwindigkeit.

AWS-Services: AWS Lambda, Amazon ECS/EKS, Amazon DynamoDB, Amazon EventBridge.

Geeignet für: Geschäftskritische Anwendungen mit hohem Innovationsdruck, Systeme mit Skalierbarkeitsproblemen, Anwendungen, die von Serverless oder Event-Driven Architecture profitieren.

Hinweis: AWS Prescriptive Guidance empfiehlt Refactor nicht für große Migrationen — stattdessen erst Rehost oder Replatform, dann schrittweise Modernisierung (AWS, 2025).

5. Repurchase — Drop & Shop

Repurchase ersetzt bestehende On-Premises-Software durch SaaS-Alternativen. Typische Beispiele: von einem selbst betriebenen CRM zu Salesforce, von einem lokalen ERP zu SAP S/4HANA Cloud, oder von einem eigenen ITSM-Tool zu ServiceNow. Der Wechsel reduziert Betriebsaufwand, erfordert aber Datenmigration und Prozessanpassung.

AWS-Kontext: Der AWS Marketplace bietet über 14.000 SaaS-Lösungen mit konsolidierter Abrechnung und vereinfachtem Procurement.

Geeignet für: Commodity-Software (E-Mail, CRM, HR), Systeme mit hohem Wartungsaufwand und geringer Differenzierung, Anwendungen, für die bewährte SaaS-Alternativen existieren.

6. Retire — Decommission

Retire identifiziert Anwendungen, die abgeschaltet werden können. In typischen Migrationsprojekten sind 10–20 % des Portfolios Kandidaten für Retire — redundante Systeme, kaum genutzte Anwendungen oder Duplikate nach Unternehmenszusammenschlüssen. Die Abschaltung reduziert Lizenzkosten, Sicherheitsrisiken und Betriebsaufwand.

AWS-Service: AWS Migration Hub ermöglicht die zentrale Erfassung und Bewertung aller Anwendungen — einschließlich der Identifikation von Retire-Kandidaten.

Geeignet für: Legacy-Systeme ohne aktive Nutzer, redundante Anwendungen, Systeme mit abgelaufenem Lebenszyklus.

7. Retain — Revisit

Retain bedeutet bewusste Entscheidung, bestimmte Anwendungen vorerst nicht zu migrieren. Gründe können tiefgreifende Abhängigkeiten, laufende Compliance-Prüfungen oder fehlender Business Case sein. Retain ist keine Ablehnung der Cloud, sondern eine priorisierte Verschiebung — die Anwendung wird zu einem späteren Zeitpunkt erneut bewertet.

Geeignet für: Mainframe-Anwendungen mit komplexen Abhängigkeiten, Systeme in laufender Ablösung, Anwendungen ohne klaren Migrationsvorteil.

Entscheidungsmatrix: Welche Strategie für welchen Workload?

Die Wahl der 7Rs-Strategie hängt von vier Faktoren ab: strategische Bedeutung der Anwendung, technische Komplexität, verfügbare Zeit und Budget. Der folgende Entscheidungsbaum hilft bei der Zuordnung:

  1. Wird die Anwendung noch genutzt? → Nein: Retire
  2. Gibt es eine bewährte SaaS-Alternative? → Ja, und geringer Differenzierungswert: Repurchase
  3. Gibt es zwingende Gründe, nicht zu migrieren? → Ja: Retain
  4. Ist die Anwendung eine VMware-Umgebung? → Ja, und schnelle Migration gewünscht: Relocate
  5. Muss schnell migriert werden, ohne Codeänderung? → Ja: Rehost
  6. Kann die Infrastrukturschicht optimiert werden? → Ja, mit vertretbarem Aufwand: Replatform
  7. Braucht die Anwendung maximale Cloud-Optimierung? → Ja: Refactor

In der Praxis kombinieren Unternehmen mehrere Strategien. Ein typisches Portfolio: 40 % Rehost, 20 % Replatform, 15 % Repurchase, 10 % Retire, 10 % Retain, 5 % Refactor (initiale Migration). Nach der Migration folgen schrittweise Replatform- und Refactor-Maßnahmen.

AWS-Implementierungsperspektive

AWS stellt für jede der 7Rs dedizierte Services bereit:

Strategie Primärer AWS-Service Funktion
Rehost AWS Application Migration Service (MGN) Automatisierte Server-Replikation und Konvertierung
Relocate VMware Cloud on AWS VMware-Umgebungen auf AWS-Infrastruktur betreiben
Replatform AWS Database Migration Service (DMS) Datenbankmigrationen mit Schema-Konvertierung
Refactor AWS App2Container Java/.NET-Anwendungen in Container umwandeln
Repurchase AWS Marketplace SaaS-Lösungen mit konsolidierter Abrechnung
Retire/Retain AWS Migration Hub Zentrale Portfolioerfassung und Strategiezuordnung

Übergreifend: AWS Control Tower stellt die Landing Zone bereit — die sichere Multi-Account-Basis, in die alle migrierten Workloads landen. Ohne Landing Zone ist keine Enterprise-Migration möglich.

AWS MAP: Finanzierung der 7Rs-Migration

Das AWS Migration Acceleration Program (MAP) bietet DACH-Unternehmen finanzielle Förderung, Methodik und Partner-Unterstützung für Cloud-Migrationen. MAP 2.0 umfasst drei Phasen:

  1. Assess: Cloud Readiness Assessment, TCO-Analyse und Business Case. AWS stellt Fördermittel für die Bewertungsphase bereit.
  2. Mobilize: Migration Readiness Planning, Landing Zone Setup, Pilotmigration. Hier werden die 7Rs für jede Anwendung im Portfolio festgelegt.
  3. Migrate & Modernize: Skalierte Durchführung der Migration nach dem festgelegten Strategiemix. AWS bietet Credits und Partnerförderung.

Seit Juli 2024 umfasst MAP neue Strategic Partner Incentives (SPIs), die den Förderrahmen erweitern — insbesondere für VMware-Migrationen (Relocate) und Modernisierungsprojekte (Refactor/Replatform) (AWS APN Blog, 2024).

Storm Reply Perspektive

Als AWS Premier Consulting Partner begleitet Storm Reply DACH-Unternehmen bei der Planung und Durchführung komplexer Cloud-Migrationen. Die Erfahrung aus zahlreichen MAP-Projekten zeigt: Der entscheidende Erfolgsfaktor ist die richtige Zuordnung der 7Rs-Strategien zu jedem Workload im Portfolio — nicht die Wahl einer einzigen Strategie für alles.

Storm Reply setzt dabei auf einen dreistufigen Ansatz:

  • Discovery & Assessment: Automatisierte Erfassung des Anwendungsportfolios mit AWS Migration Hub, ergänzt durch manuelle Interviews mit den Fachbereichen.
  • Strategy Assignment: Zuordnung der 7Rs auf Basis von TCO, technischer Komplexität, Geschäftskritikalität und Compliance-Anforderungen.
  • Migration Factory: Skalierte Durchführung mit standardisierten Runbooks pro Strategie — von automatisiertem Rehost bis orchestriertem Refactor.

Praxisanwendungsfälle (DACH)

SOPTIM — Cloud-Transformation in der Energiewirtschaft

SOPTIM migrierte mit Storm Reply eine On-Premises-Lösung zur SaaS-Plattform „SOPTIM Elements". Das Projekt nutzte das AWS MAP und serverlose Architekturen — ein klassisches Beispiel für die Kombination aus Replatform (Infrastrukturoptimierung) und Refactor (serverlose Neuarchitektur). Ergebnis: konsolidierte technische Abhängigkeiten, optimierte Infrastrukturkosten und nachhaltige AWS-Kompetenz im Team.

Edison — Migration eines europäischen Energieversorgers

Edison S.p.A., eines der ältesten Energieunternehmen Europas, migrierte mit Storm Reply lokale Geschäftsanwendungen auf AWS. Der Ansatz kombinierte Rehost (schnelle Migration bestehender Workloads) mit Replatform (Container auf Amazon EKS) und Refactor (serverlose Funktionen mit AWS Lambda). Ergebnis: verbesserte Sicherheit, höhere Ausfallsicherheit und schnellere Infrastruktur-Bereitstellung durch Automatisierung.

Audi — Account-Strategie als Migrations-Fundament

Audi implementierte mit Storm Reply ein automatisiertes, serverloses Tool zur AWS-Account-Bereitstellung — die Grundlage für jede Enterprise-Migration. Die Lösung balanciert konzernweite Sicherheits- und Compliance-Vorgaben mit der Flexibilität einzelner Geschäftsbereiche. Ergebnis: 3-fach mehr AWS-Accounts als 2018, 285 erfolgreich implementierte Projekte, 4.000+ aktive Nutzer.

Regulatorische Aspekte (EU/DACH)

Die Wahl der 7Rs-Strategie wird im DACH-Raum maßgeblich durch regulatorische Anforderungen beeinflusst:

DSGVO & Datenresidenz

Personenbezogene Daten müssen in der EU verarbeitet werden. AWS bietet mit der Region eu-central-1 (Frankfurt) und eu-west-1 (Irland) DSGVO-konforme Zielumgebungen. Bei Rehost und Relocate bleibt die Datenarchitektur unverändert — die Einhaltung der DSGVO muss trotzdem für die neue Umgebung nachgewiesen werden.

BSI C5

Der BSI C5-Kriterienkatalog definiert Anforderungen an Cloud-Dienstleister. AWS besitzt das C5-Testat für die Frankfurt-Region. Bei Refactor-Strategien müssen neue Architekturkomponenten (Serverless, Managed Services) gegen C5-Kriterien geprüft werden.

NIS2-Richtlinie

Die NIS2-Richtlinie verschärft Cybersicherheitsanforderungen für Unternehmen in kritischen Sektoren. Cloud-Migrationen in diesen Sektoren erfordern eine dokumentierte Risikobewertung der gewählten 7Rs-Strategie — insbesondere bei Rehost, wo Sicherheitsarchitekturen unverändert übernommen werden.

Digitale Souveränität

82 % der deutschen Unternehmen wollen ihre Abhängigkeit von US-Providern reduzieren (Bitkom, 2025). AWS adressiert dies mit der AWS European Sovereign Cloud und regionaler Datenhaltung. Die 7Rs-Strategie muss diese Anforderung berücksichtigen — insbesondere bei Repurchase, wo SaaS-Anbieter möglicherweise Daten außerhalb der EU verarbeiten.

Vorteile & Herausforderungen

Vorteile des 7Rs-Frameworks

  • Strukturierte Entscheidungsfindung: Das Framework bietet für jeden Workload eine klare Handlungsoption — kein Workload wird vergessen oder falsch eingeordnet.
  • Kostenoptimierung: Unternehmen, die erfolgreich migrieren, operieren mit 40–60 % niedrigeren IT-Kosten bei höherer Leistung (Computerwoche, 2025).
  • Schrittweise Modernisierung: Rehost als Einstieg ermöglicht schnelle Cloud-Nutzung — Replatform und Refactor folgen bedarfsgerecht.
  • Portfolio-Bereinigung: Retire identifiziert 10–20 % der Anwendungen als Abschaltkandidaten und reduziert Lizenz- und Betriebskosten sofort.
  • MAP-Förderung: AWS MAP bietet finanzielle Unterstützung für alle 7Rs-Strategien — besonders attraktiv für DACH-Mittelständler.

Herausforderungen & Limitierungen

  • Fehlende Portfolio-Transparenz: Viele Unternehmen kennen ihr Anwendungsportfolio nicht vollständig — Discovery ist aufwendig, aber unverzichtbar.
  • Strategie-Überoptimierung: Zu viel Refactor in der initialen Migration verlangsamt das Projekt. AWS empfiehlt: erst migrieren, dann modernisieren.
  • Budget-Überschreitungen: 67 % der Migrationsprojekte überschreiten ihr Budget (Computerwoche, 2025). Ursache ist häufig eine nachträgliche Strategieänderung.
  • Regulatorische Komplexität: DSGVO, BSI C5 und NIS2 erfordern für jede 7Rs-Strategie eine individuelle Compliance-Bewertung.
  • Fachkräftemangel: 53 % der Unternehmen nennen fehlende qualifizierte externe Beratung als Migrationshürde (Bitkom, 2025).

Ausblick: 7Rs in Zeiten von GenAI

Die 7Rs sind kein statisches Framework. Mit dem Aufstieg generativer KI zeichnen sich neue Entwicklungen ab:

  • KI-gestützte Portfolio-Analyse: Amazon Bedrock und AWS Migration Hub ermöglichen zunehmend automatisierte Bewertung von Workloads und Strategiezuordnung.
  • Accelerated Refactor: GenAI-Tools beschleunigen Code-Modernisierung — etwa die automatische Konvertierung von Monolithen in Microservices. Storm Reply realisierte für einen deutschen Automobilhersteller eine GenAI-gestützte BI-Dashboard-Migration mit 90 % Automatisierungsgenauigkeit.
  • Sovereign Cloud: Die AWS European Sovereign Cloud wird die Relocate- und Rehost-Optionen für regulierte DACH-Branchen erweitern.

Gartner erwartet, dass weltweite IaaS-Cloud-Ausgaben 2025 weiter um über 20 % wachsen (Gartner, 2025). Für Unternehmen, die noch nicht migriert haben, schließt sich das Fenster — Wettbewerber mit Cloud-Infrastruktur innovieren schneller, skalieren flexibler und operieren kosteneffizienter.

Häufige Fragen zu den 7Rs der Cloud Migration

Was ist der Unterschied zwischen 6Rs und 7Rs?
Die ursprünglichen 6Rs von AWS umfassten Rehost, Replatform, Refactor, Repurchase, Retire und Retain. Das 7Rs-Framework ergänzt Relocate als eigenständige Strategie für Hypervisor-Level-Migrationen (z. B. VMware auf VMware Cloud on AWS).
Welche Strategie ist die beste für eine erste Cloud-Migration?
Es gibt keine einzelne beste Strategie. In der Praxis kombinieren Unternehmen mehrere Rs. Für die initiale Migration empfiehlt AWS Prescriptive Guidance Rehost, Replatform und Relocate — Refactor sollte auf die Post-Migrations-Phase verschoben werden.
Wie lange dauert eine 7Rs-Migration typischerweise?
Die Dauer variiert stark. Ein MAP-Projekt mit 200 Servern und überwiegend Rehost/Replatform dauert typischerweise 6–12 Monate. Projekte mit hohem Refactor-Anteil können 18–24 Monate beanspruchen.
Unterstützt AWS MAP alle 7 Strategien finanziell?
Ja. Das AWS Migration Acceleration Program bietet Fördermittel für alle 7Rs-Strategien. Seit Juli 2024 gibt es erweiterte Strategic Partner Incentives speziell für VMware-Migrationen (Relocate) und Modernisierung (Refactor/Replatform).
Was passiert mit Retain-Workloads langfristig?
Retain ist keine permanente Entscheidung. AWS empfiehlt, Retain-Workloads in regelmäßigen Abständen (z. B. jährlich) erneut zu bewerten. Oft werden Retain-Anwendungen im zweiten oder dritten Migrationszyklus zu Replatform- oder Retire-Kandidaten.

Quellen

  1. AWS Prescriptive Guidance — About the Migration Strategies (7Rs)
  2. AWS Migration Acceleration Program (MAP)
  3. AWS APN Blog — New MAP Incentives (Juli 2024)
  4. AWS Blog — Why 2025 Is the Inflection Point for Cloud Migration
  5. AWS Application Migration Service (MGN) Dokumentation
  6. AWS Database Migration Service (DMS) Dokumentation
  7. Bitkom — Cloud Report 2025: Wirtschaft ruft nach deutscher Cloud
  8. Gartner — Worldwide Public Cloud Spending $723B in 2025
  9. Precedence Research — Cloud Migration Services Market Size 2025–2035
  10. Storm Reply — SOPTIM Cloud-Transformation
  11. Storm Reply — Edison Migration
  12. Storm Reply — Audi Cloud Service

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